Fragen an Lou Strenger (Rolle: Staatsanwältin Nicole König)
„Tatort“ Münster „Narrentanz“
Fragen an Lou Strenger (Rolle: Staatsanwältin Nicole König)
Ab 13. November 2026 in der ARD Mediathek
Am 15. November 2026 um 20:15 Uhr im Ersten
Staatsanwältin Nicole König (Lou Strenger) stellt sich vor. Thiel (Axel Prahl) soll den freiwilligen Sporttest absolvieren.
© WDR/BAVARIA FICTION GmbH/Martin Valentin Menke
Mit „Narrentanz“ kommen Sie neu in ein „Tatort“-Team, das seit mehr als 20 Jahren zusammenspielt. Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Drehtag – war da eher Aufregung oder hat sich das erstaunlich schnell ganz normal angefühlt?
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, heißt es, und so war es auch. Obwohl ich das „Tatort"-Universum durch den Kölner „Tatort - Abbruchkante“ 2022 schon kennenlernen durfte, war es etwas Besonderes, plötzlich als künftiges Stammmitglied das Set zu betreten.
Es war eine größere Vorsicht in der Figurenanlage, mehr Gedanken zu Kostüm und Maske und ja, definitiv auch mehr Nervenkitzel. Glücklicherweise hätte ich mir kein wärmeres Willkommen der Kollegen wünschen können. Eine gute Mischung aus an die Hand nehmen, Lockerheit, Vertrauen und liebevollem Mansplaining ;)
Können Sie sich erinnern, wann Ihnen die Kommissar Thiel und Karl-Friedrich Boerne zum ersten Mal im Fernsehen begegnet sind? Und was bedeutet es Ihnen, heute mit ihnen und dem Team aus Münster gemeinsam vor der Kamera zu stehen?
Daran erinnere ich mich noch sehr gut. Das war nach der Zubettgehzeit, heimlich hinter dem Sofa, sodass mich keiner sieht, an einem Sonntagabend. Ein eleganter und lustiger schwarzhaariger Mann, an einer Leiche herumwerkelnd, in einem Schlagabtausch mit einem anderen grummeligen Mann. Ich hab‘ nichts verstanden, fand’s aber faszinierend. Dass ich jetzt so viele Jahre später eben diesen beiden Männern in der gleichen Pathologie die Hand schüttele, fühlt sich ein bisschen wie Zauberei an. Das Sofa gibt es heute nicht mehr, aber mich in dem Fernseher.
Staatsanwältin Nicole König kommt ins Kommissariat, schaut sich die Personalakten an und entdeckt bei Frank Thiel ziemlich schnell Optimierungspotenzial. „Performance“, „Quick wins“, Sporttest – macht es Spaß, mit so viel Tatendrang auf einen notorisch effizienzresistenten Thiel losgelassen zu werden?
Sagen wir so: Es ist so großartig wie hoffnungslos. Da treffen zwei sehr sture Köpfe aufeinander, und da muss jedes Mal neu ausgefochten werden, wer das letzte Wort hat. Es ist Sport! Und macht hoffentlich genauso Spaß beim Zuschauen wie uns beim Spielen.
Nicole König ist schnell, bestens informiert und behauptet von sich selbst: „Ich vergesse nie was.“ Gleichzeitig lässt sie sich weder von Thiel noch von Boerne besonders beeindrucken. Was mochten Sie an ihr auf Anhieb – und bei welcher Eigenschaft dachten Sie vielleicht: Davon hätte ich selbst manchmal gern ein bisschen mehr?
Für mich ist sie die personifizierte Chuzpe. Davon hätte ich gern eine ordentliche Portion. Technische Brillanz, verbale Schlagfertigkeit und unerschütterliche Überzeugung im Angesicht von gar nicht so großer sozialer Kompetenz finde ich einen klasse Widerspruch, der sie unglaublich menschlich macht. Nicole König fragt sich nicht „Darf ich das?“, sondern handelt nach dem Motto „Hier bin ich – los geht’s!“. Weniger Zweifel, mehr Tat. Kann ich mir getrost eine Scheibe von abschneiden.
Wie fällt nach diesem ersten Fall Nicole Königs Zwischenbilanz im Team aus?
Nicole König ist keine Frau für halbe Sachen, sie ist gekommen, um zu bleiben.
Stand: 02.10.2026, 12.00 Uhr