Fragen an Axel Prahl (Hauptkommissar Thiel) und Jan Josef Liefers (Professor Boerne)

„Tatort“ Münster „Narrentanz“

Fragen an Axel Prahl (Hauptkommissar Thiel) und Jan Josef Liefers (Professor Boerne)

Ab 13. November 2026 in der ARD Mediathek
Am 15. November 2026 um 20:15 Uhr im Ersten

Tatort Narrentanz

Prof. Boerne (Jan Josef Liefers, l.) erklärt Thiel (Axel Prahl, r.) seine Theorie zum Tathergang.
© WDR/BAVARIA FICTION GmbH/Martin Valentin Menke

Dieser „Tatort“ führt Thiel und Boerne mitten hinein in den westfälischen Karneval – Tanzgarde inklusive. Hand aufs Herz: Wer von Ihnen beiden wäre im echten Leben eher für Gardetanz zu begeistern – und wer würde sich möglichst unauffällig Richtung Ausgang bewegen?

Axel Prahl: Als Axel Prahl kann ich mir durchaus vorstellen, mit Begeisterung dem Gardetanz zuzuschauen. Wenn man mich allerdings auffordern würde, selbst das Bein zu schwingen, käme ich kaum umhin, mich möglichst unauffällig aus dem Raum rauszuschleichen. Frank Thiel wiederum ist diesbezüglich deutlich konsequenter! Er versucht, immer schon von vornherein und grundsätzlich solcherlei Veranstaltungen zu vermeiden. Karneval ist Thiel ein Graus!

Jan Josef Liefers: Es gibt Feste, die sind tief verwurzelt in kulturellen Traditionen und sie prägen uns Menschen. Als Kind kannte ich Fasching, das war ein Tag, an dem ich sein durfte, wer ich wollte. Ein Tag, an dem ich so tun durfte, als wäre ich Winnetou oder D’Artagnan. Heute scheint es, als läge all das weit zurück. Dabei habe ich einfach den Identitätstausch zum Beruf gemacht und haben nun 365 Tage Karneval. Raffiniert, was?

Sie haben mit einer echten Tanzgarde gedreht. Im Film zeigt sich Professor Boerne von den Tänzerinnen durchaus beeindruckt, seine charmanten Bemerkungen stoßen allerdings auf eher überschaubare Begeisterung. Überschätzt Boerne gelegentlich seine Wirkung auf Frauen?

Jan Josef Liefers: Ich weiß auch nicht, was da immer schiefgeht. Es muss ja an den Tänzerinnen liegen, denn der Professor macht immer alles richtig.

Axel Prahl: Bei wem stoßen denn Boernes charmante Bemerkungen nicht auf überschaubare Begeisterung? Fragen Sie mal Frau Haller!

Genießt Kommissar Thiel solche Momente insgeheim ein bisschen?

Axel Prahl: Von Genießen kann in diesem Zusammenhang kaum die Rede sein. Es ist eher eine Mischung aus leichtem Amüsement und manchmal auch – zugegebenermaßen eher selten – einer gewissen Bewunderung, dass der Herr Professor so hemmungslos Dinge raushaut, die ihm sein egozentrisches Hirn in die Synapsen spült.

Professor Boerne überrascht seine Kolleginnen und Kollegen diesmal mit einer weiteren bislang eher unbekannten Qualifikation: Er besitzt selbstverständlich einen Segelflugschein. Was ist schlimmer für Kommissar Thiel – mitten im Karneval zu ermitteln oder zu Boerne in ein Segelflugzeug steigen zu müssen?

Axel Prahl: Hätte ich gewusst, dass Boerne seinen Segelflugschein vor über 20 Jahren in einem zweiwöchigen Kurs an einer Ferien-Flugschule in Spanien erworben hat, wäre ich niemals in diesen Flieger gestiegen! Ermittlungen in Karnevalskreisen bergen jedoch auch Risiken.

Gibt es eigentlich irgendetwas, das Professor Boerne nicht kann?

Jan Josef Liefers: Nein, er kann alles! Es gibt solche Leute wirklich, sie sind beeindruckend und gleichzeitig auch ein bisschen nervig. Besonders, wenn sie wissen, was sie draufhaben.

Professor Boerne spricht in diesem Fall vom menschlichen „Streben nach Vollkommenheit“. Eine Frage, die sich nach all den Jahren geradezu aufdrängt, gibt es aus Boernes Sicht an ihm selbst überhaupt noch etwas zu optimieren?

Jan Josef Liefers: Wo soll man da anfangen? Er ist ein brillanter Nerd, fachlich unschlagbar. Aber seine Defizite, wenn es um einfache soziale Fähigkeiten geht oder sogar um so komplexe Angelegenheiten wie die Liebe, schreien nach Hilfe.

Was würde Thiel darauf antworten?

Axel Prahl: Empathie und die Fähigkeit zu einer nahezu objektiven Selbsteinschätzung seitens Professor Dr. Boerne sind meines Erachtens durchaus ausbaufähig.

Wie kommen Kommissar Thiel und Professor Boerne mit der neuen Staatsanwältin Nicole König zurecht?

Axel Prahl: Aus Thiels Sicht gab es keinen Grund zur Klage und sie qualmt mir gottlob nicht mein Büro voll! Als Axel Prahl sage ich: Eine großartige, blitzgescheite Kollegin, mit der es wahnsinnig Spaß macht zu spielen.

Jan Josef Liefers: Während der Herr Professor noch unsicher ist, ob sein Ego diese neig’schmeckte Person aushalten kann, vermisst der Herr Liefers einerseits Mechthild Großmann und freut sich andererseits über unsere hochtalentierte und ebenfalls sehr komödiantische Kollegin Lou Strenger, die fortan den Münster-„Tatort“ staatsanwaltlich vertreten wird.

Stand: 02.10.2026, 12.00 Uhr