Grußwort Walter Demonte, Vorsitzender DEUTSCHER KAMERAPREIS e.V.

Grußwort Walter Demonte, Vorsitzender DEUTSCHER KAMERAPREIS e.V.

Demonte, Walter, Portrai

Walter Demonte, Geschäftsführer DEUTSCHER KAMERAPREIS e.V.
© WDR/Jan-Philipp Behr

„Selbst in Zeiten, in denen es mir dreckig ging und ich nicht wusste, wie ich mir überhaupt noch meine Semmeln kaufen soll, habe ich Filme abgelehnt, wenn mich die Drehbücher nicht gepackt haben.“ So formuliert unser diesjähriger Ehrenpreisträger Torsten Breuer den Anspruch an seine Kameraarbeit. Es gab ganz offensichtlich einige Filmstoffe, die ihn wirklich gepackt haben und so zu einem prägenden Bildgestalter in der deutschen Filmlandschaft gemacht haben, der durch seine außergewöhnliche visuelle Handschrift hervorsticht.

Das Zitat macht aber auch deutlich, dass kreatives Schaffen für viele Gestalterinnen und Gestalter mit existenziellen Herausforderungen verbunden ist, die ohne Idealismus und Überzeugung nur schwer zu meistern sind. Gerade jetzt erfährt die Medien- und Filmbranche einen Umbruch, der durch schwindende Märkte und die immer präsentere KI geprägt ist. Gleichzeitig verändert sich der gesellschaftliche Rahmen, in dem wir leben und arbeiten - Sorge und Chance zugleich.

Es braucht daher starke Bilder und Geschichten, die authentisch und wahr sind und uns als Zuschauerinnen und Zuschauer packen. Mit einem unglaublichen Facettenreichtum und großer Intensität zeigen die Gestalterinnen und Gestalter dies in diesem Jahr mit ihren Beiträgen.

Die Jurys des Deutschen Kamerapreises hatten daher wieder die Aufgabe, aus einer beeindruckenden Zahl von 414 Produktionen das herauszukristallisieren, was für exzellente Gestaltung steht und die Zuschauerinnen und Zuschauer berührt und mitnimmt.

Schräg, mutig, unkonventionell oder sensibel, dicht, stabil; nichts wirkt plakativ und ausgestellt. Ausdauer, Kontinuität und Konsistenz bis zur letzten Einstellung, die Kamera begreift Wahrnehmung als körperliche Erfahrung und der Schnitt ist brachial und zerlegt die Kunstfigur. Das sind nur einige Attribute, die die Jurys den Nominierten zugewiesen haben.

Mich macht das neugierig auf die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Kamerapreis 2026, und ich freue mich auf die Preisverleihung im großen Sendesaal des Westdeutschen Rundfunks. Mona Ameziane wird uns durch die visuelle Vielfalt führen und uns die Preisträgerinnen und Preisträger näherbringen.

Stand: 27.04.2026, 14.00 Uhr