Stefanie Reinsperger als Hauptkommissarin Rosa Herzog
„Tatort“ aus Dortmund „Schmerz“
Stefanie Reinsperger als Hauptkommissarin Rosa Herzog
© WDR/Thomas Kost
Rosa Herzog trifft der Fall emotional stärker, als sie zunächst wahrhaben will. Ihre Beziehung zu Otto Pösken gibt ihr Halt, die Heimlichtuerei sorgt aber für Spannungen - nicht zuletzt, weil Faber längst mehr weiß, als Rosa vermutet. Die Beziehung zeigt eine neue, verletzliche Seite, die sie selbst überrascht. Als emotionaler Gegenpol zu Faber war sie über Jahre hinweg eine tragende Säule des Dortmunder Teams. „Schmerz“ markiert ihren Abschied.
Interview mit Stefanie Reinsperger
In den vergangenen Filmen hat sich die Beziehung zwischen Rosa Herzog und Otto Pösken vertieft. Sie kamen sich zusehends näher. Aber: Otto ist nicht völlig aufrichtig zu ihr. Er spielt ein doppeltes Spiel. Rosa, die Menschen sonst sehr gut einschätzen kann, bemerkt das nicht. Wie kommt es, dass ihre sonst so verlässlichen Antennen bei Otto nicht funktionieren?
Rosa befindet sich seit dem Weggang von Pawlak und spätestens seit dem Tod von Haller und ihrem Undercover-Aufenthalt im Frauenhaus in einem emotionalen Ausnahmezustand. Das alles ist nicht spurlos an ihr vorübergegangen. Rosa ist wund, emotional angreifbar und einsam. Bei Otto kann sie sich fallen lassen. Und sie hat Gefühle für ihn. Aufrichtige, ehrliche Gefühle, die es ihr schwer machen, Ottos Verhalten rein beruflich zu bewerten, weil Rosa verliebt ist und das Gute in diesem Menschen sehen will.
Emotionale Nähe ist für Rosa Herzog eher untypisch. Warum lässt sie Otto so nah an sich heran? Geht sie damit auch ein Stück weit das Risiko ein, emotional verletzt zu werden?
Runtergebrochen hat ja Rosa, seit Pawlak weg ist, niemanden mehr. Otto kommt zu einer Zeit in ihr Leben, in der Rosa sehr verletzlich ist. Er sagt und tut genau das Richtige in den Momenten, in denen Rosa das braucht. Ich würde mal behaupten, wir alle gehen, wenn wir uns verlieben und diese Gefühle zulassen, das Risiko ein, verletzt zu werden. Sonst kann es kaum zu ehrlichen Begegnungen kommen. Wenn wir fühlen, riskieren wir etwas, aber nur so können wir uns näher kommen.
Obwohl Faber und Herzog auf den ersten Blick nicht unbedingt freundschaftlich miteinander verbunden scheinen, vertrauen sie sich offensichtlich blind. Verbirgt sich hinter ihrem hochprofessionellen Arbeitsverhältnis vielleicht so etwas wie eine Freundschaft? Was zeichnet die beiden als Team aus?
Ich liebe diese ungewöhnliche Verbindung von den beiden sehr. Es war ja auch ein holpriger Weg dahin, aber Rosa hat Faber immer sehr geschätzt und bewundert und je mehr den beiden passiert ist, desto näher sind sie zusammengerückt und haben immer eine große Achtung vor der Arbeit des anderen gehabt. Faber hat Rosa ja auch ein Stück weit näher an sich herangelassen, daran sind beide gewachsen. Faber ist Rosas einziger Freund! Der Einzige, der bleibt!
„Schmerz“ ist Ihr letzter Fall als Rosa Herzog. Wie sehr schmerzt Sie der Abschied vom Dortmunder „Tatort“?
Das war eine so intensive, lehrreiche, tolle Zeit. Ich habe die Reise mit dieser Figur und mit meinen tollen Kolleg:innen unglaublich genossen. Ein Teil von mir bleibt bei Rosa und in Dortmund und natürlich bei Faber. Und der andere Teil zieht jetzt weiter ins Unbekannte, Neue. Ich bin neugierig und voller Vorfreude und Tatendrang auf meine neuen Projekte, die jetzt anstehen. Aber diese Zeit und auch diese Rollen bleiben ein Teil von mir. Ich habe so viel gelernt und tolle Menschen kennen gelernt - vor und hinter der Kamera. Und ich danke allen Zuschauenden dafür, dass sie Rosa ins Herz geschlossen und begleitet haben! DANKE!
Stand: 14.01.2026, 09.00 Uhr