Als wir unschlagbar waren – 1974

Als wir unschlagbar waren – 1974

Ein Film von Anke Rebbert, erzählt von Annette Frier

WDR Fernsehen, Freitag, 08. September 2017, 20.15 – 21.00 Uhr

Annette Frier

Fünf von vorerst fünfzig weiblichen Sanitätsoffizieren - im Range eines Stabsarztes - der Bundeswehr wurden Anfang Oktober 1975 von Bundesverteidigungsminister Leber auf der Hardthöhe in Bonn vorgestellt (l-r): Sigrid Fuchs, Eva Neuland, Doris von Rottkay, Angela von Porthan und Eva Seiffert. Sie sind ihren männlichen Kollegen gleichgestellt, bekommen jedoch vorerst keine Kampfausrüstung.
© WDR/Klaus Görgen

Im Sommer 1974 nahm das Leben in NRW Fahrt auf. Alles wurde bunter, internationaler, leidenschaftlicher. Die Welt war zu Gast zur Fußball-WM. Der Film erzählt von einer Zeit, als die Menschen Endspiel-Karten für 15 DM kaufen konnten und dafür eine ganze Nacht Schlange standen, von einem Super-Jahr, in dem alles zu gelingen schien.

Filmemacherin Anke Rebbert erzählt von Menschen wie Walburga Krebber aus Seppenrade. Ihr Mann, ein Bundesliga-Schiedsrichter, betreute die Nationalmannschaft von Zaire. Die „Leoparden“ waren in Ascheberg im Münsterland untergebracht. Dort lebten und trainierten sie während der WM – und wurden von Walburga Krebber umsorgt. Wie man sich verständigen kann, ohne die Sprache des anderen zu sprechen, das ist für die heute 66-Jährige eine der wichtigen Erinnerungen.

Der Film zeigt auch die Australierin Jo Ann Endicott. Als klassische Ballett-Tänzerin machte sie sich auf den Weg ans andere Ende der Welt – nach Wuppertal zu Pina Bausch. Bausch war gerade Ballettdirektorin geworden und nannte ihre erste Choreografie schlicht „Fritz“. Jo Ann Endicott war dabei und erlebte ein Tanztheater fast ohne Tanz, sehr minimalistisch und experimentell – Wuppertal und das Tanztheater Pina Bausch eröffneten nicht nur der Australierin diese neue Welt.

Unschlagbar war 1974 auch der Allwetterzoo Münster, der im Mai seine Neueröffnung feierte. An diesem Tag stand Bärbel Uphoff am Eingang und begrüßte die Besucher. Auf dem Arm zwei Schimpansen-Kinder, Max und Moritz, die sie selbst groß gezogen hatte. Tierpflegerinnen sind in Münster 1974 eine Rarität. Die 67-Jährige Bärbel Uphoff war eine Pionierin und hat sich diese Männerdomäne erobert.

Erzählt wird der Film von Schauspielerin Annette Frier, die 1974 in Köln zur Welt kam.
Produziert wurde die Filmreihe zu den 70ern von Broadview TV, WDR-Redaktion: Christiane Hinz

Stand: 01.08.2017, 14.00 Uhr