Hirschhausen und der Darm: Was unser Innerstes über Gesundheit verrät

Hirschhausen und der Darm: Was unser Innerstes über Gesundheit verrät

Montag, 05.10.2026, 20:15 Uhr, Das Erste
Ab Freitag, 02.10.2026, in der ARD Mediathek

Der Darm entscheidet weit mehr mit, als vielen bewusst ist: über Verdauung, Immunsystem, Wohlbefinden – und möglicherweise auch über die Entstehung schwerer Erkrankungen. In der neuen WDR-Dokumentation „Hirschhausen und der Darm“ nähert sich Dr. Eckart von Hirschhausen einem Organ, über das noch immer viel zu selten offen gesprochen wird. Er trifft Forschende, medizinische Fachkräfte und Betroffene und fragt, was wir heute über das Mikrobiom, chronische Darmerkrankungen, Darmkrebs-Vorsorge und neue Therapieansätze wissen.

"Hirschhausen und der Darm" keyvisual

© WDR/Bilderfest/Annika Graeff

Die Dokumentation ist ab Freitag, 2. Oktober 2026, in der ARD Mediathek abrufbar und am Montag, 5. Oktober 2026, um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen. Für den Arzt und Wissenschaftsjournalisten ist das Thema auch eine persönliche Spurensuche: „Der Darm ist die Wurzel von allem: Alle Nahrung, alles Wasser, jede Energie kommt durch ihn in den Körper.“ Trotzdem sei der Darm noch immer ein Tabuthema: „Genau deshalb hole ich das Thema aus der Tabu-Zone: Wer offen redet, wird früher ernst genommen – von sich selbst und vom Arzt.“

Von Hirschhausen bricht in seinem Film bewusst mit Tabus: Er zeigt seine eigene Darmspiegelung, trifft eine Patientin mit künstlichem Darmausgang und spricht mit der „Kackfluencerin“ Karina Spiess, die offen über ihr Leben mit einer chronischen Darmerkrankung aufklärt. Zugleich zeigt die Dokumentation, welche neuen Perspektiven die Forschung rund um das Mikrobiom eröffnet – etwa bei chronisch- entzündlichen Darmerkrankungen oder in der Krebstherapie.

Auch die Darmkrebsvorsorge spielt eine zentrale Rolle. Die Darmspiegelung gilt weiterhin als wirksamste Methode der Früherkennung. Von Hirschhausen macht sich im Film klar für Vorsorge stark: „Einmal Licht dorthin bringen, wo die Sonne nie scheint! Das ist nicht nur eine Früherkennung. Sondern auch direkt eine frühe Behandlung.“ Bei ihm selbst seien bei der ersten Spiegelung Polypen entfernt worden, die sich sonst über die Zeit zu Krebs hätten entwickeln können.

Die Dokumentation fragt außerdem, wie stark Ernährung, Bewegung und Lebensstil die Darmgesundheit beeinflussen – und warum bei Mikrobiom-Tests, Darmsanierungskuren oder Nahrungsergänzungsmitteln Vorsicht geboten ist.

„Seit 1950 breiten sich chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie eine Epidemie über den Globus aus, praktisch parallel zum wirtschaftlichen Wohlstand einzelner Regionen“, sagt von Hirschhausen. Die Dokumentation stellt damit eine Frage, die viele Menschen betrifft: Wie kann man mit dem eigenen Darm wieder ins Reine kommen?

„Hirschhausen und der Darm“ ist eine Produktion der Bilderfest GmbH (Buch und Regie: Krischan Dietmaier, Produzentin: Anne Steinkamp) im Auftrag des WDR (Redaktion: Anja Richter) für Das Erste.

Stand: 02.10.2026, 11.30 Uhr