Im toten Winkel
Im toten Winkel
Ab dem 8. März 2026 in der ARD Mediathek und am 15. März 2026 um 23:35 Uhr im Ersten
Leyla (Aybi Era, r.), Simone (Katja Bürkle, M.) und Christian (Max Hemmersdorfer, l.) nehmen ein Interview auf.
© WDR/Mitosfilm & PunktPunktPunkt Filmproduktion
In der preisgekrönten WDR-Kino-Koproduktion „Im toten Winkel“ nimmt die deutsch-kurdische Regisseurin Ayşe Polat ein persönliches Schicksal im politisch aufgeladenen Nordosten der Türkei zum Ausgangspunkt: Für ein Dokumentarfilmprojekt ist Simone (Katja Bürkle) an der Kurdin Hatice interessiert, deren Sohn entführt wurde. Sonderbare Zwischenfälle überschatten die Dreharbeiten. Es entfaltet sich ein harter Politthriller in drei Kapiteln, der multiperspektivisch aus Dokumentarfilmaufnahmen, Handyvideos und Überwachungskameras erzählt wird und der Brutalität erbarmungslos konsequent sichtbar macht.
Zum Inhalt:
Ein deutsches Dokumentarfilmteam um Regisseurin Simone (Katja Bürkle) reist in den Nordosten der Türkei, um das Schicksal eines vor 25 Jahren verschwundenen Mannes zu recherchieren. An ihrer Seite steht die kurdische Dolmetscherin Leyla (Aybi Era). Sonderbare Zwischenfälle überschatten schon bald auch die Dreharbeiten: An der Seite von Dolmetscherin Leyla (Aybi Era) taucht die kleine Melek (Çağla Yurga) auf, mit ihrem hübschen lila Kleid und einem Blick, der einem durch Mark und Bein geht. Nur knapp entgeht das Team einem Steinschlag auf der Schnellstraße und schließlich verschwindet der Rechtsanwalt Eyüp (Aziz Çapkurt), der interviewt werden sollte. Meleks Vater Zafer (Ahmet Varlı) arbeitet beim Geheimdienst, der Eyüp observiert und verfolgt.
Im zweiten Kapitel rückt Zafer (Ahmet Varlı) in den Mittelpunkt. Zafer misstraut Leyla, die Melek Englischunterricht gibt und mit den Deutschen zusammenarbeitet. Er entwickelt paranoide Züge und filmt heimlich seine Kollegen. Zugleich bekommt er von einem Unbekannten Videos geschickt, die ihn und seine Tochter zeigen.
Im dritten Kapitel fügen sich die Geschehnisse zusammen und es wird klar: Auch Zafer wird überwacht: Seine Kollegen haben seine Wohnung mit Kameras ausgestattet. Jeder überwacht jeden, Misstrauen durchdringt die Gesellschaft. Dokumentarfilmaufnahmen, Handyvideos, Überwachungskameras – ins Visier dieses klug verschachtelten filmischen Vexierbilds treten nicht nur die Strategien finsterer Organisationen und die Logik der Paranoia, sondern das Sehen selbst in all seinen Dimensionen, vom Observieren bis zur Prophezeiung.
Mehrfach preisgekrönt
Die Koproduktion (WDR/ARTE) feierte 2024 beim Internationalen Filmfestival im Wettbewerb „Encounters“ Weltpremiere und wurde im selben Jahr u.a. mit dem Deutschem Filmpreis (Goldene Lola in der Kategorie „Bestes Drehbuch“ und „Beste Regie“, Lola in Bronze in der Kategorie „Bester Spielfilm“) und dem German Independence Award („Bester Film“) beim Internationalen Filmfest Oldenburg ausgezeichnet.
„Im toten Winkel“ ist eine Produktion von Mitosfilm in Koproduktion mit WDR und ARTE, gefördert durch Filmförderung Hamburg, des Deutschen Filmförderfonds und der Beauftragten Bundesregierung für Kultur und Medien. Regie führte Ayşe Polat, die auch das Drehbuch schrieb und als Koproduzentin fungierte. Die Kamera übernahm Patrick Orth. Produzent ist Mehmet Aktas. Die Redaktion im WDR liegt bei Andrea Hanke. Gedreht wurde von April bis Juni 2021 in der Türkei und Hamburg. In den weiteren Rollen sind Max Hemmersdorfer, Ahmet Varlı, Çağla Yurga, Nihan Okutucu und Aziz Çapkurt zu sehen.
Stand: 25.02.2026, 14.00 Uhr