„Versetzt statt verurteilt – Katholische Priester, Missbrauch und Strafvereitlung“
ARD Radiofeature
„Versetzt statt verurteilt – Katholische Priester, Missbrauch und Strafvereitlung“
© WDR/dpa/Roos Kool
Priester, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde, konnten sich ins Ausland absetzen. Oft mit Wissen hochrangiger Kirchenvertreter. In mehreren Fällen führten Versetzungen dazu, dass Beschuldigte nicht strafrechtlich belangt werden konnten.
Bis in die 2010er Jahre lassen sich Auslandseinsätze von Priestern mit Missbrauchsgeschichte nachweisen. Aus den Einsatzländern werden Stimmen lauter, die eine Aufarbeitung fordern.
Im ARD Radiofeature „Versetzt statt verurteilt – Katholische Priester, Missbrauch und Strafvereitlung“ steht ein bayerischer Priester und Internatsleiter im Zentrum: Mitte der 70er Jahre wurde er nach Namibia versetzt, nachdem mehrere Buben sexuelle Übergriffe im Schlafsaal beim Bistum gemeldet hatten. Einer der damaligen Betroffenen berichtet, dass der Priester plötzlich verschwunden war. Heute ist er geschockt – als er erfährt, was hinter den Kulissen passiert ist.
Ein anderer Priester aus Eichstätt, der in Deutschland per Haftbefehl gesucht wurde, entzog sich der Strafverfolgung durch eine Flucht über eine Mission in Tansania nach Brasilien – dort wirkte er in einer armen, abgelegenen Gegend. Der Autorin des Features vorliegende Dokumente belegen, dass es in der Kirche hochrangige Mitwisser gab.
Diese Versetzungspraxis lässt sich nicht nur für Deutschland nachweisen. Spanische Jesuiten wurden nach bekannten Missbrauchsvorwürfen an einer Schule im bolivianischen Cochabamba eingesetzt. Dort sollen sie zahlreiche Kinder missbraucht haben. Hunderte von Opfern haben sich gemeldet. Nun fordern die bolivianischen Betroffenen, dass die Kirche in Europa Verantwortung für das Unrecht übernehmen sollen.
Kurzbio Gabriele Knetsch
Die investigative Journalistin Gabriele Knetsch recherchiert seit vielen Jahren zum Thema sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche. Zuletzt war sie Co-Autorin des DLF-Podcasts „Heilsverbrechen – der Fall Rupnik“ zu dem Thema Missbrauch an Ordensfrauen.
„Versetzt statt verurteilt – Katholische Priester, Missbrauch und Strafvereitlung“ ist ab Montag, 03.08.2026, in ARD Sounds verfügbar.
Lineare Sendetermine:
hr2-kultur Donnerstag, 06. August 2026, 15:04 Uhr
SWR Kultur Freitag, 07. August 2026, 15:05 Uhr
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SR Kultur Samstag, 08. August 2026, 17:04 Uhr
Bremen Zwei Samstag, 08. August 2026, 18:05 Uhr
NDR Info Sonntag, 09. August 2026, 11:05 Uhr
NDR Spezial Sonntag, 09. August 2026, 11:05 Uhr
WDR 5 Sonntag, 09. August 2026, 13:04 Uhr
MDR Kultur Dienstag, 11. August 2026, 20:05 Uhr
Eine Produktion des BR für das ARD Radiofeature 2026.
Stand: 03.08.2026, 00.05 Uhr