Der neue Ton - Wie aus Nazis Demokraten werden sollten
SOMMERREIHE: MEDIENKRIEGER
Der neue Ton - Wie aus Nazis Demokraten werden sollten
von Jürgen Buch
Schon vor 1945 überlegten die Amerikaner, wie man den autoritätshörigen Deutschen die Demokratie beibringen könnte. In Reeducation-Trainings schulten sie eine Diskussionskultur, aus der auch die deutsche Nachkriegsliteratur hervorging.
Peter von Zahn im Studio des NWDR, 1951
© dpa
Wenn ein politisches System seine Macht verliert und aus einer Diktatur eine Demokratie wird, was passiert dann mit der Kultur, mit den Medien und den Kommunikationsformen? Müssen sich nur die Institutionen ändern oder auch die Menschen? Dass die Rundfunksprecher bei Radio Hamburg, dem englischen Besatzungssender nach 1945, nicht mehr klingen durften wie kurz zuvor bei den Nazis, liegt auf der Hand, denn die "Stimme der Demokratie“ muss sich anders anhören als die der Diktatur. Wie aber verhält es sich mit der Literatur? Verändert der Systemwandel auch ihren Klang? Der Slogan der Westalliierten "You can be like us“ veränderte nicht nur den Ton, sondern auch die Denkweise der jungen Deutschen. Aus der mündlichen Gesprächs- und Diskussionskultur entwickelte sich auch ein neuer literarischer Stil.
Redaktion: Leslie Rosin
Produktion: WDR 2019
Stand: 06.08.2021, 09.00 Uhr